Großer Zapfenstreich des Österreichischen Bundesheeres

Für Jeden empfindenden Teilnehmer und Zuhörer hat das Erlebnis des „Großen Zapfenstreiches“ das Besondere, das Einmalige in sich.
Jeder Mensch fühlt sich gleichermaßen angesprochen und ist beeindruckt von der Würde, Größe und inneren Ruhe dieses feierlichen Zeremoniells.

Der Name "Zapfenstreich" stammt aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges in der ersten Hälfte des 17.Jahrhunderts. In den damaligen Feldlagern ging es manchmal ziemlich laut und lustig zu. Damit zu gegebener Zeit im Lager am Abend die Ruhe einkehrte, wurde vom Lagerkommandanten ein "Rumormeister" eingeteilt. Dieser hatte den Auftrag, zu genau festgesetzter Stunde für Ruhe und Ordnung zu Sorgen. Als Zeichen seiner Würde trug dieser Mann einen Stock, mit dem er an den Zapfen des Weinfasses schlug. Ab diesem Zeitpunkt war der Ausschank verboten.

Diese Amtshandlung wurde "Zapfenschlag" oder "Zapfenstreich" genannt.

In den ständigen Garnisonen der altösterreichischen Regimenter bildete sich der Brauch, dass eine Trommlergruppe durch die Straßen zog und mit diesem Schlagen des Zapfenstreiches den Soldaten die Heimkehr befahl. Später wurde statt der Trommlergruppe ein Signalhornbläser eingesetzt.

Dieses Signal nannte man den kleinen Zapfenstreich.

Die Entwicklung, die von der Signalmusik über die erste Stufe der Marschmusik zur heutigen konzertanten Blasmusik führt, hat der Zapfenstreich im gewissen Sinne mitgemacht, so dass heute wohl jede Nation ihren Großen Zapfenstreich hat, der nur zu besonderen Anlässen gespielt wird.

Der große Österreichische Zapfenstreich den sie heute hören, beinhaltet traditionelle Melodien und historische österreichische Militärsignale welche von den derzeit amtierenden Militärkapellmeistern zu einem großen, geschlossenen Tongemälde zusammengefasst wurden.

Der erste Teil beinhaltet, im Wesentlichen den historischen Marsch aus dem 17. Jahrhundert und das Signal "Zapfenstreich", sowie die beiden Traditionsmärsche "Prinz Eugen Marsch" und "Oh Du mein Österreich"

Der zweite Teil bringt religiöse Melodien: Das niederländische Dankgebet, das Gebet vor der Schlacht und vor allem das Signal "Zum Gebet", welches vom Solotrompeter aus der Ferne geblasen wird, und zu den schönsten dieser Art zählt.

Der dritte und letzte Teil bringt das Signal "Zapfenstreich" ebenfalls von einem Solotrompeter aus der Ferne geblasen. Eine kurze Überleitung lässt bereits das Thema der Bundeshymne erkennen, welche im Anschluss als Höhepunkt erklingt. Nach dem „Abblasen“ sowie dem „Abschlagen“ endet der "große österreichische Zapfenstreich".

Der große Zapfenstreich des österreichischen Bundesheeres wurde in seiner heutigen Form erst mal zum 25 jährigen Bestandsjubiläum des Österreichischen Bundesheeres am 26. Oktober 1980 in Wien am Heldenplatz aufgeführt.

Er entstand in Zusammenarbeit aller, damals (1980), im aktiven Dienst stehenden Militärkapellmeister und unter Mitarbeit des ehemaligen Militärkapellmeisters i.R. Prof. Dr. Friedrich Hodick

Aus folgenden Teilen besteht der österreichische Zapfenstreich in seiner heutigen Form.

Trommelvorspiel
ALTER ZAPFENSTREICH (historische Instrumentation)
Trommelzwischenspiel
ALTER ZAPFENSTREICH (zeitgemäße Instrumentation)
Hornsignale: HABT ACHT, VERGATTERUNG, STURM, BESCHLEUNIGUNG und ATTACKE
ZAPFENSTREICH (Trommelstreich)
ZAPFENSTREICH (orchestral)
Traditionsmärsche: PRINZ EUGEN MARSCH und OH DU MEIN ÖSTERREICH
ZUM GEBET (Trommelstreich)
NIEDERLANDISCHES DANKGEBET
ZUM GEBET (Hornsignal)
DAS GEBET (orchestral)
GEBET WAHREND DER SCHLACHT
ZAPFENSTREICH (Hornsignal)
Vorspiel zur Bundeshymne
BUNDESHYMNE
LANDESHYMNE
ABBLASEN
(Hornsignal)
ABSCHLAGEN (orchestral)